Hafencity Konzert Club 20457, Sa. 2. Febr. 2013

Goldbekhaus Jan 2013Der erste Live-Auftritt in diesem Jahr im Club 20457Stella & Ma Piroschka mit jiddish Blues, Jazz, Folk.

Der neue Club 20457: Hier trifft sich Kunst mit Literatur und Live-Musik oder einfach nur alle die den Tag mit einem entspannten Absacker beenden wollen. Die „20457“ im Clubnamen ist nicht nur eine Postleitzahl der Hafencity sondern ein Statement möglichst viele Einflüsse unserer Stadteile in einem Raum zuzulassen. Das Thema Live-Musik ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes und deshalb finden monatlich bis zu 3 Live-Auftritte statt.
Stella & Ma Piroschka am Samstag, 2. Februar 2013 um 20:00 im Club 20457, Osakaallee 6-10, Hamburg.

Vorbericht als PDF

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9. KlezMORE Festival Vienna, 3. bis 18. November 2012

Das 9. KlezMORE Festival Vienna dauert vom 3. bis zum 18. November 2012, mit einem nachgereichten „Review-Konzert“ (Sargfabrik, 29.11: Das Krakauer Madness Orchestra aus den USA). Die Eröffnung des heurigen Festivals, das wie gehabt durch Traditionspflege und Neuinterpretation des Klezmer glänzt, bestreitet mit Toni Stricker und seinem Trio ein wahrer Gigant der österreichischen Musik. Damit nicht genug verstärken sich an diesem Abend im Porgy & Bess Klezmer Reloaded mit der Ausnahmesängerin Agnes Palmisano. Ein atmosphärisches Highlight der ersten Festival-Woche verspricht der 7.11. in der Kirche am Gaussplatz, wo Di Brider und das Ensemble Klesmer Wien auftreten. Nicht minder stimmig der 8.11. (Kirche am Tabor): Trio Klok mit Trompeter Alexander Wladigeroff und der vielfältige deutsche Sänger Karsten Troyke mit Trio Scho und Jan Hermerschmidt, die ihre neue CD „Tango Oyf Yiddish – Nochamul!“ exklusiv in Wien vorstellen.

Weitere Highlights im Schnelldurchlauf: Stella & Ma Piroschka (Reigen, 04.11.), Amsterdam Klezmer Band (Ost Klub, 11.11.), die französischen YAT mit Bruno Girard (Bratsch) und Denis Cuniot (Ehrbar Saal, 13.11.) oder die mexikanischen Klezmerson (Sargfabrik, 15.11.). Kulturellen Hochgenuss versprechen natürlich die beiden Abschlussgalas (Porgy & Bess, 17.11: Samech aus Polen und das multinationale Leon Gurvitch Project und am 18.11. im Metropol die finnischen Doina Klezmer und das heimische Grossmütterchen Hatz Salon Orkestar). Nicht zu vergessen die an den drei Sonntagen des KlezMORE Festivals stattfindende beliebte Stummfilm-Matinee im Filmcasino. Ein reich- und nachhaltiges 9. KlezMORE-Festival Vienna 2012 ist garantiert!

Eigenarten Festival mit Piroschka

eigenarten zeigt jedes Jahr im Herbst aktuelle Produktionen von Hamburger Künstler_innen aus aller Welt, die interkultrelle arbeiten und die mit ihrem künstlerischen Potenzial immer wieder neue Wege finden und spannende Verbindungen eingehen.
Das spartenübergreifende Festival präsentiert alle Genres auf den verschiedensten Bühnen der Hansestadt. Das daraus entstandene lebendige Netzwerk von Künstler_innen, Kulturhäusern und Förderern wächst kontinuierlich seit dem Start von eigenarten im Jahr 2000.

Mit dabei Stella & Ma Piroschka im BIB, Di., 30.10.12 20:00

Gefionstraße 3, 22769 Hamburg
040 – 42 10 27 10
www.buergertreff-altonanord.de

Im Groove des Groß-Shtetls

Konzert-Rezension, Mai 2012, Kulturforum-Kiel
Von Jörg Meyer

Entwurzelung und Heimatlosigkeit, so erzählt Stella Jürgensen, Sängerin, mit der sich das Hamburger Duo Ma Piroschka vor gut einem Jahr zusammentat, sei die Triebfeder der jiddischen Dichterin Rajzel Zychlinski gewesen. Doch die 1910 in Polen geborene und 2001 im US-Exil verstorbene Dichterin, deren fast verschollene Texte das Trio in der Bibliothek der Salomon Birnbaum-Gesellschaft wie derentdeckte, machte aus solchen Nöten eine Tugend und schuf lyrische Miniaturen einer Wandererin zwischen den Welten, die darin ihre kosmopolitische Heimat fand. Ein wohl einzigartiger Sonderfall im jiddischen Liedgut, dessen Vertonungen aus der Feder Damian Maria Rabes und arrangiert von Ralf Böcker daher auch ganz neue Wege beschreiten. Wer das klassische Klezmer-Idiom erwartete, begegnete im KulturForum also einer erfrischend modernen Lesart jiddischer Musik, die Stella & Ma Piroschka in einem Stilmix zwischen (Pop-) Chanson, Latin-Anklängen, Jazz und sogar Blues ansiedeln. So beschreibt Zumer das Drückende und zugleich Hitzige eines überreifen Spätsommertages in New York. Eine atmosphärische Studie, die Ralf Böcker am Klavier (und später auch Klarinette), Andreas Hecht auf der jazzig gespielten E-Gitarre und Stellas wie ein glühender Hauch wehende Stimme so swingen lassen, dass im Shtetl der Groove der Großstadt aufscheint. Nicht anders, wenn die Dichterin die Flaneure von einem „Kafe in Pariz“ aus beobachtet: Getriebene, die auch in der Musik mit marschierendem Akkordeon (Böcker) vorübereilen – im Schwirren der Stadt, das von harschen Tempowechseln zu sehnenden Intermezzi unterbrochen wird. Und selbst der „shpet-nakhtiken Muzik“ (Musik zur Mitternacht) wohnt eine lebenssüchtige Lebendigkeit inne, bei der man mittanzen möchte. Wie auch in der zarten Ballade Men tanst do, die sich nur kurz bei sinnender Introspektion aufhält, bevor sie sich vom schnellen Walzertakt anstecken lässt und S’iz shpet wiederum die Nacht an einer Bar heraufbeschwört, wo Stella ihr dunkles Timbre zu intensiver Schattenmalerei entfaltet. Denn im Groove des Groß-Shtetls, der sich in Vos tut er do zum lockeren Bossa aufschwingt, sind wie in Rilkes Lid immer auch die verdüsterten Ahnungen aufbewahrt, in Zychlinskis leise expressionistischer Lyrik ebenso wie – mehr noch – in den Vertonungen. Eben das macht ihren Reiz aus, dass der Groove so vieldeutig ist wie die Atmosphären der Großstadt und das Gespür einer jiddischen Weltbürgerin und ihrer kongenialen Musiker für deren mal bluesig, mal poppig swingende Vibrations.

Stella & Ma Piroschka Hörtipp Berlin

Hörtipp und Rezension in der „Jüdischen Allgemeinen“, Berlin

Stella Jürgensen hatte Lust auf etwas Neues. Nicht wieder die altbekannten jiddischen Lieder singen, jenes Standardrepertoire, das allein wegen seiner geringen Menge ständig wiederholt wird. Das Neue gefunden hat die Sängerin in den Gedichten der Lyrikerin Rajzel Zychlinski (1910–2001). Auf die Poeme war sie in der Bibliothek der Salomon-Birnbaum-Gesellschaft in ihrer Heimatstadt Hamburg gestoßen. Aus ihnen entstanden die zwölf Songs ihrer neuen CD Nakhtike Muzik.

»Diese Miniaturen haben mich sofort angerührt«, sagt Jürgensen. »Die Suche nach Heimat, die sich in den einfachen, naiven Bildern spiegelt, ist eine Suche, die ich von mir selbst kenne.«

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